Ein besonderer Abend im PATAT – Alba Armengou Trio begeistert das Publikum
Mit dem Konzert des Alba Armengou Trio erlebte das PATAT in Michelstadt einen dieser Abende, wie sie im PATAT-Keller immer wieder entstehen können: nahbar, herzlich und musikalisch von großer Klasse.
Schon nach den ersten Tönen war klar, dass hier eine ganz besondere Atmosphäre entstehen würde. Alba Armengou beeindruckte mit ihrem warmen, fein nuancierten Gesang und ihrem sensiblen Trompetenspiel. Mit großer Selbstverständlichkeit und natürlicher Ausstrahlung führte sie durch ein Programm, das Jazz, Bossa Nova und lateinamerikanische Einflüsse miteinander verband und immer wieder das mediterrane Flair ihrer Heimat Barcelona aufscheinen ließ.
An ihrer Seite standen zwei hervorragende Musiker: der spanische Gitarrist Vicente López, dessen einfühlsames und zugleich virtuoses Spiel der Musik eine wunderbare Tiefe gab, sowie der Percussionist Tramel Levalle, der mit feinem Gespür für Rhythmus und Klangfarben den warmen, fließenden Charakter der Stücke unterstrich. Gemeinsam formten die drei Musiker einen transparenten, lebendigen Sound, der den Raum mühelos füllte.
Was diesen Abend aber besonders machte, war nicht nur die musikalische Qualität, sondern auch die große Natürlichkeit der Künstler. Ohne jede Attitüde, mit viel Charme und sichtbarer Spielfreude entstand schnell eine sehr persönliche Verbindung zum Publikum. Der PATAT-Keller zeigte sich einmal mehr von seiner schönsten Seite: als Ort, an dem Musik unmittelbar erlebt werden kann.
Die Begeisterung war am Ende deutlich spürbar. Nach dem Konzert hörte man überall lobende Stimmen aus dem Publikum – von „große Klasse“ über „wunderbarer Gesang“ bis hin zu dem vielleicht schönsten Kommentar des Abends: „Das hat richtig gut getan.“
Viele Gäste blieben noch eine Weile, tauschten Eindrücke aus und gingen schließlich mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause.
Ein rundum gelungener Konzertabend im PATAT, der sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. 🎶✨
Bild: Heiko Steiger
Martin O., mehrfach ausgezeichneter Musik-Comedian, ist in der Kellerbühne in Michelstadt mit seinem „Super Looper“ aufgetreten. Die Besonderheit ist sein selbstgebautes Gerät.
Michelstadt. Dieser Mann ist eine begnadete Stimmungskanone. Sein temperamentvolles und virtuos musikalisches Auftreten sowie seine sympathische Art, ungezwungen auf humorvolle Art das Publikum einzubeziehen, macht einen Abend mit ihm zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Gemeint ist Martin O., ein Schweizer, mehrfach ausgezeichneter Musik-Comedian, der am Samstag in der Kellerbühne Patat mit seinem „Super Looper“ aufgetreten ist. In seiner Begrüßung zum ersten Patat-Abend in diesem Jahr lag Lothar Mertins genau richtig, dass der Gast aus Appenzell keinem gängigen Muster entspricht. 15 Jahre lang habe das Patat-Publikum auf diesen Moment warten müssen, um diesen Künstler erleben zu dürfen.
Dieser revanchierte sich mit seiner Liebeserklärung „I feel good in the Patat“ und sparte auch im Laufe des Abends nicht damit, die Odenwälder Berge mit denen der Schweizer gleichzustellen und das Städtchen Michelstadt zu loben samt seinen Einwohnern. Martin O. verstand es bestens, das Gefühl zu vermitteln, als seien ihm Land und Leute vertraut, einschließlich der Umwege dorthin, die mangels Brücke über Zell führen. Nicht fehlen durfte die immer wieder erwähnte Kartoffel, die ihrer vielfältigen Zubereitungsart wegen als Würzmittel seiner Geschichten gerade wie gerufen kam.
Die Besonderheit seiner in wechselnden Farben getauchten Bühnenshow, von der es heißt, sie sei „auf Knopfdruck mitreißend“, liegt in seinem selbstgebauten Loopgerät. Die in „Hochgebirgsholz“ eingearbeitete Tontechnik ermöglicht es ihm, mehrspurig seine Stimme grandios in Szene zu setzen, als werde er von einem Chor oder Sinfonieorchester begleitet. Spontanität, Ideenreichtum, Sympathie, eine ansteckende Lebensfreude und die nötige Portion Sensibilität zeichnen diesen Künstler aus, wenn er mit dem Mikrofon durch die Stuhlreihen zieht.
Auf Fragen nach dem Lieblingsgericht, Unverzichtbarem im Leben, einem Reiseziel und weniger Wichtigem sammelte er Stimmen ein, die aus Jubelschreien, Wolfsgebrüll, Bienensummen und spontan geäußerten Begriffen wie Auflauf, Toilettenpapier und Fonduetopf bestanden. Erfolg dabei hatte er bereits mit den kleinen Geschichten, die am Rande der Aufnahmen entstanden. An welche feindlichen Truppen der Einsatz von Bienenkörben zur Verteidigung der Stadt gerichtet gewesen seien, befragte er das Publikum zur Michelstädter „Bie“. Das können nur die Erbacher gewesen sein, wusste ein geschulter Kenner der lokalen Geschichte zu beantworten.
Musikalische Reise durch die Wälder
Der Song, den Martin O. aus diesen Mosaiken geschickt zusammenzuführen verstand, konnte sich hören lassen. Von Bienenschwärmen verfolgt, machte er sich musikalisch auf die Reise durch die dunklen Wälder, um von einem Wolf verfolgt zu werden, der nichts weiter als Toilettenpapier von ihm wollte. Irgendwie passten auch der Auflauf zu dieser Geschichte und der Fonduetopf, den er als überzeugter Schweizer stets mit sich führt. Enorm kreativ und witzig unterhielt Martin O. auch mit seiner Interpretation des Evergreens „The Lion sleeps tonight“, die das Publikum zum Mitsingen anregte.
Die sieben Tasten seines Super Looper, mit denen er mehrere Spuren hintereinander aufnehmen kann, haben es in sich. Der Meister der Töne setzt die zuvor eingefangenen Bausteine derart geschickt zusammen, dass die daraus entstehenden Klangunikate das Publikum in Erstaunen versetzen. Gekrönt wird die Bühnenshow durch die eigene Stimme, die je nach Entfernung des Mikrofons von den Lippen Töne erzeugen, die von sentimentalen Schmeicheleien bis zu bestechenden Bass-Grooves reichen.
Der Vokalartist überzeugte durch seine enorme Bandbreite an Eigenkompositionen mit Tiefgang und spitzbübigem Humor, ebenso wie mit der Interpretation von Welthits. Unverkennbar die Botschaft seines Songs „Shoppen vom Sofa aus, ich muss nie mehr raus…“, ebenso seine musikalische Aufforderung, sich zu entscheiden, wenn es im Text heißt „Es gibt die, die wegsehen, es gibt die, die hinsehen, und die, die fragen und dann auch geschlagen werden“.
Besonders Spaß bereitet hat dem Patat-Publikum der Strandbesuch des Künstlers, der akustisch bereichert wurde vom Flügelschlag der Lachmöve bis zum Taucherlebnis mit allerlei Begegnungen der besonderen Art. Zuerst schwimmt ihm ein Meerschweinchen entgegen, dann wird er von einem galoppierenden Seepferdchen überholt und schließlich tauscht der Geschichtenerzähler ein Augenzwinkern mit einem Blauwal aus. Auch die Begegnung mit einem Außerirdischen führt zu demselben Ergebnis: „Lass‘ es uns schön haben“ ist auch ohne intergalaktische Übersetzer allen frohen Kreaturen verständlich.
Rezension eines Gastes:
Zum Klavierkonzert von Moritz Winkelmann im Patat am 15.3.2025
Die lebhaften und verspielten Klänge des Steinway-Flügels im ersten Satz der Klaviersonate Nr. 9 E-Dur, opus 14 von Beethoven sind wirklich fesselnd! Sie schaffen eine wunderbare Atmosphäre, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht. Diese kurze Sonate von Beethoven mit den 12 eröffnenden Takten des schlichten Themas, steht am Anfang eines wirklich gelungenen Konzertabends. Am Klavier sitzt Prof. Moritz Winkelmann. Winkelmann füllt mit diesem Stück den außergewöhnlichen Konzertraum im PATAT auf kongeniale Weise, die „kleine“ Sonate ist durch eine kammermusikalische Ausgeglichenheit geprägt. Musik, Pianist, Besucher können so von Beginn an zu einer Einheit verschmelzen, in diesem Kokon des alten Gewölbes.
Moritz Winkelmann ist Preisträger der Internationalen Telekom Beethoven Competition und Träger des Mozart-Preises der Stuttgarter Mozart Gesellschaft. 2021 lehrte er als Professor für Klavier an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim. Seit dem Wintersemester 2024 ist er Professor für Klavier an der Musikhochschule Stuttgart. Er gibt internationale Meisterkurse und war Jurymitglied zahlreicher Wettbewerbe.
Die Klaviersonate Nr.1 f-Moll, op.2 Nr.1 mit den Sätzen Allegro, Adagio, Menuetto-Allegretto und Prestissimo entstand 1795. Beethoven interpretiert durch Winkelmann erreicht in dieser Sonate eine dramatische Spannung. Das Allegro wird mit einem aus der „Mannheimer Schule“ bekannten Thema eröffnet: Staccato aufsteigende Viertel, dann abwärts gerichtete Schleiffigur. Winkelmann zeigt den Zuhörern seine und die Qualität des Flügels bei den energischen Akkordschlägen des Schlußsatzes.
Nach der Pause werden die Zuhörenden durch drei mit Leichtigkeit gespielten Bagatellen verwöhnt. Bis zum glamourösen Abschluss des Konzerts, der Klaviersonate Nr. 32 c-Moll, op. 111 ist die Nähe zum Pianisten stetig weitergewachsen. In diesem besonderen Kellergewölbe des Patat in Michelstadt ist die Bühne ist so nah, dass jede Regung des Pianisten sichtbar wird. So wird die Klaviersonate Nr.32 zu einem gemeinsames Erlebnis. Nach verklingen des letzten Tones herrscht ergriffene Stille vor dem begeisterten Applaus.
Durch zwei Zugaben bedankt sich dieser wunderbare Pianist und spielt nach Beethoven erst Beethoven und dann Beethoven: Stimmt: Er spielt derzeit alle 32 Sonaten ein. Der gesamte Zyklus wird zum 200. Todestag Beethovens fertig gestellt sein. Die Zuhörer durften an diesem Abend teilhaben an dieser Auseinandersetzung mit Beethoven und konnten auch ganz persönlich mit dem Pianisten sprechen.
Dem Engagement des ehrenamtlichen Teams des PATAT ist es zu verdanken, dass solche bekannten Künstler sich auf den Weg in den Odenwald begeben. Belohnt werden die Künstler durch das interessierte Publikum aber auch durch eine außergewöhnliche Tradition: Die Künstler werden luxuriös bekocht! Selbstlos und mit großer Freude setzt sich Lothar Mertens für das Gelingen dieser Veranstaltungen ein und erschafft so eine hochwertige Musikwelt im Herzen des Odenwaldes.